Tschechische Benediktinerinnen

Die Geschichte der tschechischen Benediktinerinnen ist älter als die der Benediktiner. Als erstes Kloster in Böhmen entstand um 973 eine Frauenabtei an der Kirche St. Georg auf der Prager Burg. Erste Äbtissin war die sel. Mlada, die Schwester des Herzogs Boleslav II. Das Kloster spielte im kulturellen und politischen Leben des mittelalterlichen Böhmens eine wichtige Rolle. Die ersten Übertragungen der Psalmen und der ganzen Heiligen Schrift in die tschechische Sprache dürften gerade für die Benediktinerinnen auf dem Hradschin angefertigt worden sein. Am 20. März 1782 erließ Kaiser Josef II. das Hofdekret, mit dem das älteste böhmische Kloster aufgehoben wurde.

Königin Judith gründete 1164 die Abtei zu St. Johann in Teplitz. Ihre Blütezeit fällt in das 14. Jahrhundert (Äbtissinen Anna, Margarete). Sie wurde 1421 von den Hussiten zerstört. Im 14. Jahrhundert entstanden zwei weitere Frauenabteien, und zwar die Abtei Zum heiligen Geist oder zur Barmherzigkeit Gottes in der Prager Altstadt (1420 von den Hussiten zerstört) und die Abtei Zur Kindheit des Erlösers in Pustiměř (1588 säkularisiert).

Die Abtei St. Gabriel wurde 1889 in Prag-Smichov als erstes Frauenkloster der Beuroner Benediktinerkongregation gegründet. Kirche und Klostergebäude wurden im Stil der Beuroner Kunstschule unter der Leitung von P. Desiderius Lenz ausgestaltet. Die Nonnen betrieben im Kloster ihre eigene Kunstwerkstatt (St. Lukas). Nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie wanderten überwiegend deutschsprachigen Nonnen nach Österreich aus. Im Januar 1919 fanden die sie in der steierischen Burg Bertholdstein (ein Geschenk der Fürstin Ida zu Schwarzenberg) ihre neue Heimat, wo die Gemeinschaft bis heute lebt.

Zur Zeit

Die Benediktinerin böhmischer Herkunft Alžběta Franecová lebt in einem italienischen Kloster. Sie arbeitete an der modernen tschechischen Übersetzung der Benediktsregel mit.

Heute leben einige böhmische Benediktinerinnen am Weißenberg, nicht weit von Břevnover Kloster. Diese sind aus exil in Kommunität Venio, München gekommen.

© Benediktinské arciopatství

vstup do obrazárny

Bilder